News

Was ich zum zehnten Mal mache, prompte ich nicht zum zehnten Mal neu

Was ich zum zehnten Mal mache, prompte ich nicht zum zehnten Mal neu

Kolumne: Hands On
Autor: Johannes Oberhofer | LinkedIn

💡 Ich arbeite mit unserem sicheren KI-Assistenten ROBIN. Die Routine funktioniert genauso mit ChatGPT, Gemini oder Claude. Wichtig: keine sensiblen Daten — anonymisieren, abstrahieren, mit Platzhaltern arbeiten.

Reality Check

Ich musste zwei Konzeptpapiere vergleichen. Nichts Ungewöhnliches, das kommt bei mir öfter vor.

Also die KI gefragt. Ergebnis war okay.

Und dann ist mir aufgefallen: Beim letzten Mal hatte ich fast dasselbe gemacht — nur eben anders gefragt. Andere Formulierung, andere Reihenfolge, ein anderer Fokus. Das Ergebnis sah entsprechend anders aus. Nicht schlechter, nur anders.

Was mich gestört hat: Ich konnte die beiden Vergleiche gar nicht nebeneinanderlegen. Weil nicht die Papiere den Unterschied gemacht hatten, sondern mein Prompt.

Warum das fĂŒr dich zĂ€hlt

Wenn ich eine Aufgabe jedes Mal frei formuliere, schwankt das Ergebnis mit meiner Tagesform. Mal erklĂ€re ich sauber, worauf es ankommt, mal tippe ich schnell was hin, was mir durch den Kopf geht. Und die KI macht brav, was dasteht — mal so, mal so.

Bei einer einmaligen Sache ist das egal. Bei etwas, das ich immer wieder mache, nicht. Denn dann will ich ja vergleichen können: dieses Konzept gegen jenes, dieses Angebot gegen das von letzter Woche. Das geht nur, wenn die Frage konstant bleibt und sich nur der Inhalt Àndert.

Also habe ich die Anweisung einmal sauber aufgeschrieben und als eigenen Metapropmt gespeichert — bei ROBIN, aber das geht genauso mit einem Gem, einem Skill oder einem eingerichteten Chat mit Metaprompt. Worauf bei beiden Papieren gleich zu schauen ist, in welcher Form das Ergebnis kommt und wie das Ausgabeformat aussehen soll.

Und dadurch wird mein eigenes PrĂŒfen noch verlĂ€sslicher. Weil der Rahmen immer gleich ist, weiß ich beim DrĂŒberschauen genau, worauf ich achten muss. Vorher habe ich jedes Mal etwas anderes geprĂŒft, weil jedes Mal etwas anderes rauskam. Die KI liefert das Wiederholbare — mein Urteil bleibt der Teil, den sie mir nicht abnimmt.

Was du jetzt tun kannst

đŸŒ± Tiny Habit: Wenn ich eine Aufgabe zum zweiten oder dritten Mal frei prompte, halte ich kurz inne und frage: Mache ich das öfter? Dann schreibe ich die Anweisung einmal fest, statt sie jedes Mal neu zu erfinden.
  1. Erkenne die Wiederholung. Achte auf die Aufgaben, bei denen du das GefĂŒhl hast, das schon mal getippt zu haben. Genau die lohnen einen festen Rahmen.
  2. Schreib die Anweisung einmal sauber auf. Worauf soll die KI schauen, in welcher Form soll das Ergebnis kommen. Das ist etwas Arbeit beim ersten Mal — die du dir danach jedes Mal sparst.
  3. Speichere sie als Baustein. Als Skill, Gem oder eingerichteten Chat. Ab dann lieferst du nur noch den Inhalt, der Rahmen steht.

Ehrlich dazu: Das lohnt sich erst ab der dritten, vierten Wiederholung. FĂŒr etwas, das du einmal im Halbjahr brauchst, ist der Aufwand vermutlich grĂ¶ĂŸer als der Nutzen. Außer auch diese Aufgabe wiederholt sich im Jahresrhytmus. Und der feste Rahmen ersetzt dein PrĂŒfen nicht — er macht es nur verlĂ€sslicher.

đŸ›Ąïž Hands on im VTM-Kontext
Wenn du so einen Baustein speicherst, wandert deine Anweisung mit ihm — ĂŒberleg dir, was drinsteht. Firmeninterne Bewertungskriterien oder Formulierungen gehören nur in den sicheren Assistenten, nicht in ein frei zugĂ€ngliches Tool. Und die Papiere selbst kommen anonymisiert rein, mit Platzhaltern, gerade weil du das jetzt öfter und routinierter machst.

Dein To-Do fĂŒr diese Woche

Nimm eine Aufgabe, die du in letzter Zeit mehr als zweimal mit KI gemacht hast, und schreib die Anweisung dafĂŒr einmal sauber auf. Diese Woche nur aufschreiben — speichern kannst du sie danach.

Bis nÀchste Woche,
Hannes

đŸ“€ Wenn du jemanden kennst, der dieselben Prompts immer wieder neu tippt: leite das gern weiter.
VTM / Weiterdenken

Technologie verstehen. Versicherung gestalten.

Mehr zu KI ↗