Munich Re: Non-Peak-Schäden erstmals über 100 Mrd. US-Dollar
Munich Re sieht die Risikolandschaft durch Klimafolgen, Cyber- und KI-Risiken fundamental verändert. 2025 überstiegen versicherte Schäden aus Non-Peak-Ereignissen erstmals die 100-Milliarden-Dollar-Marke.
Munich Re verzeichnet für das Jahr 2025 einen historischen Wert: Versicherte Schäden aus sogenannten Non-Peak Perils – Ereignissen unterhalb der größten Naturkatastrophen wie Hagelstürmen – haben laut Rückversicherer erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar überschritten (104 Mrd. US-Dollar). Insgesamt lagen die weltweiten versicherten Schäden damit das sechste Jahr in Folge über dieser Schwelle.
Munich Re wertet das als Beleg dafür, dass sich mittelgroße Schadenereignisse zu einem strukturellen Kostenblock summieren, der früher vor allem Großkatastrophen vorbehalten war. Als Treiber nennt der Konzern neben Hagel auch Hitze, Fluten und Waldbrände – etwa die kalifornischen Brände 2025 mit einem volkswirtschaftlichen Schaden von 54 Mrd. US-Dollar, dem höchsten je in dieser Kategorie gemessenen Wert. Auch in Europa habe es Waldbrände nahe Großstädten wie Bordeaux, Marseille, Madrid und auf Sizilien gegeben, größere Ballungszentren seien bislang aber verschont geblieben.
Parallel dazu beschreibt Munich Re Cyber- und KI-Risiken als zunehmend prägende Faktoren der Risikolandschaft. Trotz wachsender Bedrohung durch professionalisierte Angreifer bleibe die Marktdurchdringung mit Cyberversicherungen niedrig. Nach Unternehmensangaben zeigen eigene Studien, dass sich 89 Prozent der befragten Unternehmen nicht ausreichend gegen Cyberrisiken geschützt fühlen. Für Versicherer bedeutet das: Die Lücke zwischen wahrgenommenem Risiko und tatsächlichem Versicherungsschutz bleibt groß – ein Marktpotenzial, das Munich Re als führender Anbieter für sich beansprucht.
Beim Thema KI-Risiken sieht der Konzern noch am Anfang eines Standardisierungsprozesses, wie er ihn für Cyberrisiken bereits mitgeprägt habe. Wordings, Modellierung und Deckungsumfang für KI-bezogene Schäden seien noch in der Entwicklung – Munich Re positioniert sich hier explizit als aktiver Marktgestalter.
Strategische Einordnung
Vorstandsmitglied Thomas Blunck betont die Rolle der Rückversicherung als „Immunsystem der Gesellschaft“ und verweist auf finanzielle Stärke und Diversifikation als Stabilitätsanker über Marktzyklen hinweg. Vorstandsmitglied Stefan Golling ergänzt, Volatilität sei „kein vorübergehendes Phänomen“, sondern erfordere dauerhafte Anpassungsfähigkeit.
Untermauert wird die Positionierung mit Kennzahlen: Das globale Rückversicherungskapital sei in den vergangenen acht Jahren um durchschnittlich 5,8 Prozent jährlich gewachsen, Munich Re verweist zudem auf einen Net Promoter Score von 70 unter befragten Kunden. Für das Geschäftsjahr 2025 nennt der Konzern einen Versicherungsumsatz von 60,4 Mrd. Euro und ein Konzernergebnis von 6,1 Mrd. Euro bei rund 44.000 Mitarbeitenden weltweit.
Die Zahlen stammen aus Munich Res eigener Kommunikation; unabhängige Prüfungen der zugrunde liegenden Schadenstatistiken und Studienmethodik liegen der Redaktion nicht vor.
AI Insurance Briefing
Wöchentlich die wichtigsten InsurTech-Entwicklungen — direkt in Ihr Postfach
Fast geschafft! Bitte bestätigen Sie den Link in Ihrem Postfach.
Das hat nicht geklappt. Bitte prüfen Sie die Adresse und versuchen Sie es erneut.


Jetzt mitdiskutieren
Wie sehen Sie das? Teilen Sie Ihre Einschätzung mit IT- und Innovations-Entscheidern der Branche.