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Studie: KI längst produktiv in Versicherungs-Kernsystemen

PPI-Marktüberblick zeigt: 72% der befragten Kernsystem-Hersteller nutzen Generative KI bereits produktiv. Agentic AI ist die nächste Entwicklungsstufe – kein Anbieter will darauf verzichten.

Studie: KI längst produktiv in Versicherungs-Kernsystemen

Generative KI ist in Versicherungskernsystemen 2026 keine Zukunftsvision mehr, sondern produktiver Standard. Das zeigt der aktuelle Marktüberblick „Neue Trends im Standardsoftwaremarkt“ der PPI AG, für den 18 Hersteller von Komposit-Systemen befragt wurden.

72% setzen Generative KI bereits produktiv ein – im Vorjahr war noch Datenanalyse mit 58% die verbreitetste KI-Funktion. Dahinter folgen Textverständnis (NLP) und Dokumentenerkennung (OCR/IDP) mit 67% sowie Chatbots, Prozessautomatisierung und KI-Agenten mit Tool-Nutzung mit jeweils 61%.

„Bei künstlicher Intelligenz reden wir nicht mehr über ihr theoretisches Potenzial, sondern über den praktischen, produktiven Einsatz“, sagt Tobias Kohl, Partner bei der PPI AG. Laut Studie treibt vor allem die Nachfrage der Versicherer diese Entwicklung: Bereits 2025 hatten Versicherer KI als Technologie mit der größten strategischen Bedeutung für Bestandsverwaltung und Schadenmanagement benannt.

Agentic AI als nächste Stufe

Die Studie identifiziert Agentic AI – weitgehend autonom handelnde KI-Modelle – als kommenden Schwerpunkt. Die Hälfte der befragten Hersteller hat die eigene Daten- und Analyseplattform bereits für den Einsatz von Agentic AI vorbereitet, die übrige Hälfte befindet sich in Pilot- oder Planungsphase. Kein einziger Hersteller gab an, Agentic AI nicht unterstützen zu wollen.

Als technische Grundlage bieten drei von zehn Herstellern bereits eine universelle KI-Schnittstelle über einen MCP-Layer (Model Context Protocol) an, über die KI-Agenten mit dem Kernsystem interagieren können.

Für die kommenden 12 bis 24 Monate nennen 11 von 18 Herstellern die Entwicklung autonomer KI-Agenten und KI-gestützter Prozessautomatisierung als wichtigsten Fokus – kein anderes Thema wurde häufiger genannt.

Verantwortung verschiebt sich zu den Versicherern

Kohl betont, dass die technische Basis allein nicht ausreicht: „Mit ihren Plattformen und MCP-Schnittstellen liefern die Hersteller die nötige Mechanik, mit der Versicherungsunternehmen KI-Agenten direkt im Kernsystem einsetzen können. Wie dieser Einsatz aussieht, liegt allerdings bei den Versicherern selbst: Berechtigungen, Vier-Augen-Prinzip und Co. müssen sie selbst definieren.“

Einordnung: Die Studie basiert auf einer Herstellerbefragung durch das Beratungshaus PPI AG selbst, das auch Beratungsleistungen in diesem Marktsegment anbietet. Die vollständigen Studienergebnisse sind nur auf Anfrage oder in gekürzter Fassung öffentlich zugänglich – eine unabhängige Prüfung der Methodik liegt nicht vor.

Die Studie „Neue Trends im Standardsoftwaremarkt“ (SHUK 2026) ist die sechste Auflage und vergleicht 18 Anbieter von Standardsoftware für den Komposit-Bereich hinsichtlich Funktionsumfang und Betriebsmodellen.
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