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BarmeniaGothaer bringt alle drei AVRG-Produkttypen 2027

Zum Start der neuen geförderten Altersvorsorge ab Januar 2027 bietet BarmeniaGothaer Fondsdepot, Garantierente und ETF-Standarddepot gleichzeitig an – als einer der ersten großen Anbieter am Markt.

BarmeniaGothaer bringt alle drei AVRG-Produkttypen 2027

Die BarmeniaGothaer hat angekündigt, zum Start der neuen geförderten privaten Altersvorsorge nach dem Altersvorsorgereformgesetz (AVRG) im Januar 2027 alle drei vom Gesetzgeber vorgesehenen Produktkategorien gleichzeitig anzubieten. Das Unternehmen positioniert sich damit früh und breit in einem Marktsegment, das die bisherige Riester-Förderung ablösen soll.

Konkret bringt der Versicherer drei Varianten an den Start: Das Altersvorsorgedepot Premium setzt auf eine professionelle Fondsvermögensverwaltung mit fünf Risikovarianten je nach Anlagehorizont. Die FörderPlus GarantieRente Invest kombiniert Kapitalmarktchancen mit einer Beitragsgarantie von 80 Prozent und lebenslanger Rentenzahlung bei flexiblem Rentenbeginn – laut Unternehmensangaben ein bereits am Markt etabliertes Produkt, das nun auch förderfähig wird. Das Standarddepot schließlich setzt auf zwei breit diversifizierte ETFs von Vanguard und richtet sich an Kundinnen und Kunden, die einen einfachen, vollständig digitalen Einstieg suchen.

Vorständin Alina vom Bruck begründet die Produktbreite mit unterschiedlichen Kundenbedürfnissen – von Renditechancen über Sicherheit bis zum digitalen Einstieg. Vertriebsvorstand Frank Lamsfuß verweist zugleich auf die gestiegene Komplexität: Mit dem AVRG wachse die Produktvielfalt am Markt insgesamt deutlich, was die Beratung zum entscheidenden Faktor mache. Insbesondere Bestandskunden mit Riester-Verträgen sollten prüfen, ob ihre bisherige Strategie noch passt.

Einordnung für die Branche

Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der Lebensversicherer branchenweit an der Umsetzung des AVRG arbeiten. Dass BarmeniaGothaer bereits alle drei Produktkategorien parallel ankündigt, deutet auf einen erheblichen Entwicklungsvorlauf hin – und auf den Anspruch, als Vollsortimenter in diesem Segment wahrgenommen zu werden. Für Wettbewerber entsteht dadurch Zugzwang: Wer nicht alle drei Produktwelten abdeckt, muss erklären, warum.

Offen bleibt in der Mitteilung, wie genau der Übergang bestehender Riester-Verträge gestaltet wird, welche Kosten- und Gebührenstrukturen die neuen Produkte mitbringen und wie sich das Garantieniveau von 80 Prozent im Vergleich zu Wettbewerbsangeboten einordnet. Auch Aussagen zu Konditionen des Vermögensverwaltungsmandats oder zur Kostenquote des ETF-Standarddepots fehlen – Punkte, die für eine fundierte Marktbewertung und einen Vergleich mit anderen Anbietern noch nachgereicht werden müssten.

Für Vermittlerinnen und Vermittler verschärft sich mit der steigenden Produktvielfalt der Beratungsaufwand: Die Selektion zwischen Garantieprodukt, Vermögensverwaltung und Indexlösung erfordert eine differenzierte Risikoaufklärung, die in der bisherigen, vergleichsweise homogenen Riester-Welt in dieser Form nicht notwendig war.

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