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15 Minuten bis zur Regulierung: Wie Domcuras „KIM“ die Schadenbearbeitung revolutioniert

Wochenlange Bearbeitungszeiten, Personalengpässe und explodierende Schadenvolumen. Während Wettbewerber an Rückständen ersticken, bearbeitet Domcuras KI bereits 80 % aller Schadenfälle vollautomatisch. Von der Analyse bis zur Entschädigungsberechnung. In 2-4 Jahren wird das Branchenstandard sein.

15 Minuten bis zur Regulierung: Wie Domcuras „KIM“  die Schadenbearbeitung revolutioniert
Domcura Echt-Zeit-Dashboard Schadenabteilung auf der DKM 2025

15 Minuten. So schnell kann heute ein Wohngebäudeschaden reguliert werden. Kein Anruf, kein Rückruf, kein Warten auf die Post.

Bei der Kieler DOMCURA AG wurde vor kurzem der erste KI-Mitarbeiter der deutschen Versicherungsbranche in Dienst gestellt. Dieser digitale Kollege namens „Kim“ übernimmt eigenständig die Bearbeitung von Schadenfällen. Von der Schadensmeldung bis zur Berechnung der Entschädigungssumme.

In der Sachversicherung werdenbei Domcura mittlerweile rund 80 % aller Schäden von Kim bearbeitet. Die menschlichen Kollegen greifen heute nur noch beim finalen Auszahlungsprozess prüfend ein, oder in Ausnahmefällen. Domcura spricht von einer nahezu vollständigen Dunkelverarbeitung, also einer fast komplett automatisierten Schadenregulierung.

Für Kunden bedeutet das eine Rückmeldung innerhalb einer Viertelstunde, Auszahlung teils noch am selben Tag. Für Vermittler eine sofortige Rückmeldung und für ihre Versicherungsnehmer einen einzigartigen Service.

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Dieser Beitrag ist Teil 1 der Serie „Digitale Vorreiter der Versicherungsbranche“. Den zweiten Teil “Wie Muffintechs KI fachliche Fragen und Tarifdetails sofort geklärt – und zur neuen Standardhilfe im Vertrieb wird” finden Sie hier >> https://www.versicherungstech-magazin.de/wie-muffintechs-ki-fachliche-fragen-und-tarifdetails-sofort-geklart-und-zur-neuen-standardhilfe-im-vertrieb-wird/

Darum führt für Domcura kein Weg an KI vorbei

Lange Bearbeitungszeiten und Personalmangel in der Versicherungsbranche gaben den Anstoß für Kim. In den letzten Jahren mussten viele Versicherte branchenweit teils wochenlang auf die Bearbeitung gemeldeter Schäden warten. Auch bei Domcura hatten sich wegen Fachkräftemangel und hoher Schadenlast Rückstände angehäuft.

„Kim wurde zunächst als Antwort auf massive Rückstände in der Schadenbearbeitung entwickelt – nicht um Stellen abzubauen, sondern um unsere Vertragsversprechen zuverlässig einzuhalten“, berichtet DOMCURA-Referentin Christine Raasch.

Durch den KI-Einsatz können Schäden nun sofort bearbeitet werden, was Bearbeitungsstaus auflöst und Mitarbeiter entlastet. Uwe Schumacher (Domcura-Chef) betont, dass Kim helfen soll, Überstunden abzubauen und den Kundenservice deutlich zu verbessern, indem sich die menschlichen Sachbearbeiter auf komplexe und emotionale Fälle konzentrieren können.

Nicht zuletzt reagiert Domcura mit der KI-Offensive auf den digitalen Wandel: „Ohne digitalisierte Abläufe wird es künftig schwer, sich im Markt zu behaupten – vor allem im Schadenbereich“, so Domcura-Chef Uwe Schumacher.

KI-Systeme wie Kim helfen Domcura und ihren Partnern, auch in Zukunft wettbewerbsfähig und serviceorientiert zu bleiben.

So funktioniert „Kim“: Vom Schadenfoto zur Auszahlung

Kim übernimmt den gesamten Schadenprozess automatisiert. Eingehende Schadenmeldungen verarbeitet die KI praktisch in Echtzeit, ohne auf einen freien Sachbearbeiter warten zu müssen. Dabei durchläuft Kim mehrere Schritte:

  • Analyse von Schadenfotos: Eingereichte Bilder von Schäden werden von Kim erkannt und automatisch auf Relevanz und Umfang geprüft. So können z.B. Sturmschäden oder Leitungswasserschäden auf Fotos verifiziert werden.
  • Lesen von Dokumenten und Notizen: Kim kann sogar handschriftliche Notizen entschlüsseln und auswerten. Etwas, das bisher menschliche Mitarbeiter erledigen mussten. Auch alle weiteren Dokumente (Rechnungen, Police etc.) scannt und verarbeitet die KI in Sekunden.
  • Automatisches Nachfordern fehlender Infos: Falls Angaben oder Nachweise fehlen, fordert Kim gezielt fehlende Informationen oder Bilder beim Kunden an – und das minutenaktuell nach Eingang der Meldung. Der Kunde, der oft direkt via Smartphone meldet, kann so umgehend reagieren, während der Fall noch „heiß“ ist.
  • Eskalation nur bei Bedarf: Kim reagiert frühzeitig auf kritische Situationen und schaltet einen menschlichen Sachbearbeiter ein. So bleibt die Qualität und Zuverlässigkeit gewährleistet.
  • Berechnung der Entschädigung: Liegen alle Daten vor, berechnet Kim auf Basis der Versicherungsbedingungen die genaue Auszahlungssumme für den Schadenfall. Binnen etwa 15 Minuten nach Schadenmeldung erhalten Versicherungsnehmer und Vermittler die Mitteilung über die Regulierung. Ein Prozess, der früher oft mehrere Tage dauerte. Die finale Freigabe der Zahlung erfolgt derzeit noch durch einen Mitarbeiter als Kontrollinstanz, um die letzte Sicherheit zu geben.

Diese automatisierte End-to-End-Schadenbearbeitung in Minuten ist beispiellos. Domcura ist überzeugt, dass dieser Ansatz nicht nur die Bearbeitungsdauer drastisch verkürzt sondern auch die Kunden- und Vermittlerzufriedenheit erhöht. Erste Praxisergebnisse stützen das:

Bereits über 12.000 Schadenfälle hat Kim nach Unternehmensangaben schneller und effizienter abgewickelt. Die Qualität soll dabei weiterhin stimmen – „KI-Effizienz und menschliche Expertise sind die perfekte Kombination“, betont Schumacher. Kim lernt mit jedem Fall hinzu, sodass das System kontinuierlich besser und treffsicherer wird.

Kim auch außerhalb der Domcura aktiv

Seit kurzem bietet Domcura Kim auch anderen Unternehmen als Service an, sodass Versicherer aller Größenordnungen das System in ihre Schadenbearbeitung integrieren können. Erste Partner, etwa ein Schadenmanagement-Dienstleister für Immobilienverwaltungen, setzen Kims Fähigkeiten bereits erfolgreich ein.

Die Lösung ist dabei skaliert für große Volumina und kann bei Bedarf tausende Schäden pro Jahr für Dritte regulieren. Domcura versichert dabei, dass höchste Datenschutz- und IT-Sicherheitsstandards eingehalten werden.

So beschleunigen Versicherer die Schadenbearbeitung mit KI

Auch andere Versicherer setzen im Schadenbereich längst auf künstliche Intelligenz, mit messbaren Ergebnissen.

Allianz Direct: Kfz-Schäden in 60 Sekunden regulieren Kunden fotografieren kleinere Fahrzeugschäden in der App, die KI prüft Bild, Vertrag und Schadenhistorie. Liegt kein sicherheitsrelevanter Schaden vor und ist die Schadensumme unter 2.000 €, erfolgt binnen 60 Sekunden die Entschädigungszusage. Vollautomatisch! Bei Bedarf: direkte Überweisung noch am selben Tag. Hinter der Geschwindigkeit steht mehr als Technologie: Rund ein Drittel der Belegschaft von Allianz Direct arbeitet in Tech- und Datenteams. Damit ist das Engineering-Mindset tief in die Organisation eingebettet.

UNIQA: Hochwasserschäden automatisiert prüfen Nach den Hochwassern 2023 drohten UNIQA über 230 Millionen Euro wetterbedingter Schäden. Die Masse an Schadenmeldungen wurde mit Hilfe eines KI-gestützten Systems automatisiert vorsortiert, Akten angelegt und Folgeprozesse ausgelöst. Was früher tagelangen manuellen Aufwand bedeutete, geschieht heute in wenigen Stunden: Skalierbar, auch in Extremsituationen.

Lesson Learned aus Domcura, Allianz und UNIQA: Warum KI der Hebel in Schaden ist

Alle drei Beispiele zeigen: Die Transformation beginnt dort, wo Versicherer es gewohnt sind, standardisiert zu arbeiten – in ihren regelbasierten Schadenprozessen.

  • Früher galt: Wer strukturierte Prozesse aufsetzen und gut betreiben konnte, war effizient.
  • Heute gilt: Wer diese Prozesse mit KI beschleunigt, gewinnt Zeit, Qualität und Kostenkontrolle.

Was bleibt, ist das Regelwerk. Was sich ändert, ist die operative Intelligenz, mit der dieses Regelwerk ausgeführt wird. Entscheider, die KI in ihre Schadenlogik integrieren, erzielen nicht nur operative Vorteile. Sie bauen langfristig einen Produktivitätsvorsprung auf, der schwer einzuholen ist.

Kim ist das Paradebeispiel für den Einsatz von generativer KI

Herzlichen Glückwunsch an das Team der Domcura für den ersten offiziellen KI-Sachbearbeiter in der Schadenbearbeitung. Besonderen Dank an Marcus Wollny für seine Vorstellung des Echtzeit-Dashboards auf der DKM, das im Titelbild zu sehen ist. Es zeigt die aktuellen Kennzahlen der Schadenbearbeitung – bemerkenswert ist die "schnellste Schadenregulierung" von nur 9 Minuten.

Mit Kim wird deutlich: Generative KI ist nicht nur ein weiteres Tool im Werkzeugkasten der IT-Abteilung. Sie ermöglicht vielmehr einen Produktivitätssprung bei gleichzeitigem Service-Alleinstellungsmerkmal, das bisher nicht möglich war. Wer sich dieses Praxisbeispiel im Detail anschaut, erkennt, dass generative KI nicht nur operativ relevant ist – sie ist strategisch entscheidend. Und sie ist bereits jetzt anwendbar.

Ausblick

Herr Schumacher von der Domcura prognostiziert, dass in 2–4 Jahren sämtliche Versicherer ihre Abläufe weitgehend automatisiert haben. Sei es durch eigene KI-Systeme oder durch lizenzierte Lösungen wie Kim. Unternehmen, die zögerten, riskieren wettbewerbsfähig an Boden zu verlieren, da der Markt sich rasant in Richtung KI, Automatisierung und KI-basierte Entscheidungen bewegt.

Insgesamt zeigt der Fall Domcura, „dass KI keine Zukunftsmusik mehr ist, sondern Realität“, so das Fazit von Christine Raasch. Die Automatisierung der Schadenregulierung durch KI wie Kim entlastet die Belegschaft, beschleunigt die Prozesse und steigert die Zufriedenheit der Kunden und Vermittler deutlich.

Domcura sendet damit ein Signal an die Branche: Digitalisierung und Innovation sind der Schlüssel, um das Versicherungswesen zukunftsfähig zu gestalten und Kundenansprüchen von heute und morgen gerecht zu werden.


Quellen

youtube.comcash-online.de

https://www.innovationspreis-der-assekuranz.de/gewinnerprofil-domcura-schadenbearbeitung

https://www.procontra-online.de/shuk/artikel/ki-in-der-wohngebaeudeversicherung-wir-sprechen-hier-von-einem-ganz-ganz-grossen-schritt

https://www.cash-online.de/a/zwischen-burgern-und-bilanzen-grillen-mit-domcura-vorstandschef-uwe-schumacher-698707

https://www.beratungsprozesse.de/📌was-passiert-wenn-kuenstliche-intelligenz-nicht-nur-denkt-sondern-handelt/

https://www.versicherungsmagazin.de/rubriken/branche/domcura-hat-kollege-kim-eingestellt-3439799.html

https://www.innovationspreis-der-assekuranz.de/gewinnerprofil-domcura-schadenbearbeitung/

https://www.asscompact.de/nachrichten/domcura-ki-unterstuetzt-nun-auch-andere-firmen

https://www.allianzdirect.de/presse/kfz-schadenermittlung-in-sechzig-sekunden/

https://www.mckinsey.com/capabilities/mckinsey-digital/how-we-help-clients/rewired-in-action/allianz-direct-advancing-as-europes-leading-digital-insurer

https://press-news.uniqagroup.com/news-uniqa-strong-growth-consistent-results-despite-floods

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