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Die KI ist der geduldigste Kollege — sie merkt sich nicht, wie oft du fragst

Die KI ist der geduldigste Kollege — sie merkt sich nicht, wie oft du fragst

Kolumne: HandsOn
Autor: Johannes (Hannes) Oberhofer | LinkedIn


💡 Ich arbeite mit unserem sicheren KI-Assistenten ROBIN. Die Routine funktioniert genauso mit ChatGPT, Gemini oder Claude. Wichtig: keine sensiblen Daten — anonymisieren, abstrahieren, mit Platzhaltern arbeiten.

Reality Check

Ich gebe offen zu: Auch ich bin nicht immer digital top-fit. Ich kenne z.B. längst nicht alle Tastatur-Shortcuts, die mir das Leben leichter machen würden.

Letzte Woche saß ich an einem Confluence-Text zum menschlichen Review, in dem sich immer wieder dasselbe falsche Wort eingeschlichen hatte. Ich wusste: Es gibt einen Befehl, um das in einem Rutsch zu ersetzen, statt jedes Mal einzeln.

Und ich wusste sogar, dass ich das schon mal wusste. Ein Kollege hatte mir den Shortcut vor einer Weile gezeigt.

Ich hatte ihn nur schlicht vergessen.

Ihn ein zweites Mal danach zu fragen? Dazu hatte ich keine Lust. Man will ja nicht derjenige sein, der dieselbe kleine Sache zum zweiten Mal fragt.

Also habe ich in mein KI-Fenster getippt — in ganz normalen Worten, was ich erreichen wollte. Zwei Sekunden später hatte ich die Antwort.

Warum das für dich zählt

Solche Lücken hat jeder. Kleine Dinge, die einen im Alltag ausbremsen, aber zu unwichtig sind, um sie sich systematisch anzueignen. Und oft hat man sie sogar schon mal gewusst — und wieder vergessen.

Genau da sitzt die eigentliche Hürde: Es ist nicht das Nicht-Wissen. Es ist das ungute Gefühl, jemanden ein zweites Mal mit derselben Kleinigkeit zu behelligen. Also fragt man nicht — und wurschtelt sich lieber umständlich durch.

Hier ist die KI unschlagbar, und zwar aus einem einfachen Grund: Sie zählt nicht mit, wie oft du fragst.

Du musst nicht den richtigen Fachbegriff kennen. Du kannst in deiner eigenen Sprache fragen. Und du kannst dieselbe Frage zum dritten, vierten, zehnten Mal stellen, ohne dass jemand die Augenbraue hebt. Keine Scham, keine Unterbrechung für einen Kollegen, kein „das hab ich dir doch letzte Woche gezeigt".

Was du jetzt tun kannst

🌱 Mein Tiny Habit Wenn ich an einer kleinen Sache hängenbleibe, die ich eigentlich schon mal wusste, frage ich die KI.

Schritt 1 — Frag in deiner Sprache, nicht in der des Systems. Du musst nicht wissen, wie die Funktion offiziell heißt. Beschreib, was du erreichen willst. Die KI übersetzt das für dich.

Schritt 2 — Nutze, dass sie eh schon offen ist. Der Grund, warum das so schnell ging: Mein KI-Fenster ist ohnehin immer auf. Die Frage kostet keinen Umweg. (Wer die erste Folge dieser Kolumne kennt, erkennt das wieder.)

Schritt 3 — Lass die Scham weg. Genau die Fragen, die dir zu klein erscheinen, um sie einem Menschen ein zweites Mal zu stellen, sind die, bei denen die KI am meisten Reibung spart. Frag sie ruhig.


🛡️ Hands on im VTM-Kontext Diese Art Frage ist unkritisch, solange sie allgemein bleibt — „wie ersetze ich ein Wort in Confluence" verrät nichts. Heikel wird es erst, wenn du den konkreten Inhalt mitlieferst, um den es geht. Für die Frage nach dem Wie braucht die KI nie deinen tatsächlichen Text.

Dein To-Do für diese Woche

Beim nächsten Mal, wenn du an einer Kleinigkeit hängst, die du eigentlich schon mal wusstest — frag nicht dich selbst, ob die Frage zu banal ist.

Frag einfach die KI. In deinen eigenen Worten. So oft du willst.

Bis nächste Woche, Hannes

📤 PS: Kennst du jemanden, der sich durch zu viele kleine technische Hürden kämpft? Dann leite ihm das hier weiter.
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