Raus aus der Komfortzone – Warum Neugier keine Altersgrenze kennt
Ein Kommentar von Johannes Oberhofer
Stellen Sie sich folgende Szenerie vor: Ein simpler Gemeindesaal, 19.30 Uhr an einem Dienstagabend und ein Publikum, dessen Altersdurchschnitt jenseits der 60 liegt. Die meisten Anwesenden haben ihr Berufsleben längst hinter sich. Nicht unbedingt der Ort, an dem man eine Debatte über generative KI, Deep Fakes und die Zukunft der digitalen Souveränität erwartet. Doch genau hier, in der Pfarrgemeinde meiner Mutter, habe ich letzte Woche eine Lektion gelernt, die uns in der Versicherungsbranche oft fehlt.
Der Komfortzonen-Check
Als Leitung des Digital Hub (die Bayerische) bewege ich mich, zusammen mit meinem Kollegen, meist zwischen strategischen Roadmaps, Effizienzmetriken und Tech-Stacks. Mein Vortrag „Fit für KI“ vor (größtenteils) seniorem Publikum war für mich ein bewusster Schritt aus der Komfortzone.
Die Frage war: Wie erkläre ich die Disruption unserer Welt einer Generation, für die „Cloud“ oft noch ein meteorologischer Begriff ist?
Die Antwort der Teilnehmenden hat mich beschämt und begeistert zugleich: Rund 30 Menschen kamen nicht aus technologischer Pflicht, sondern aus purer, unverfälschter Neugier.
Die Lektion für die Assekuranz
In unseren Unternehmen diskutieren wir oft über „Change Fatigue“ oder die Widerstände der Belegschaft gegen neue Tools und Systeme. Wir investieren viele Euros in Software, aber oft nur Bruchteile davon in die Förderung jener Neugier, die ich in diesem Gemeindesaal erlebt habe.
Wenn eine 75-Jährige verstehen will, wie sie einen Deep-Fake-Anruf von einem echten Enkeltrick unterscheidet, dann ist das gelebte KI-Readiness. Sie erkennt die Herausforderung, ohne die Technologie zu verteufeln. Sie sucht den Kompetenzgewinn.
Fazit: Transformation ist ein Generationenprojekt
Für die Versicherungs-IT und das Management bedeutet das:
- Sprachbarrieren abbauen: Wir müssen lernen, KI so zu erklären, dass sie nicht exklusiv wirkt und greifbar wird.
- Angst durch Aufklärung ersetzen: Das Thema Deep Fakes zeigt, dass KI-Kompetenz heute ein neues Feld für Vorsorge ist. Hier haben wir als Branche eine gesellschaftliche Verantwortung.
- Neugier als KPI: Wir sollten aufhören, Transformation nur in „Prozess-Automatisierung“ zu messen. Eine relevante Währung der Zukunft ist die Bereitschaft der Menschen, ihre Komfortzone zu verlassen – unabhängig von Alter oder Hierarchie.
Die KI-Transformation wird nur dann ein Erfolg, wenn wir sie „co-intelligent“ gestalten – als Zusammenspiel von Mensch und Maschine, das niemanden zurücklässt.
Denn Neugier ist keine Frage des Geburtsjahres, sondern eine Frage der Einstellung. Und genau diese Einstellung ist der wichtigste Baustein für unsere Zukunftsfähigkeit.
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Dieser Kommentar wurde mit Hilfe von KI ausformuliert und entspricht den Gedanken des Autors.
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