OVB setzt auf Berliner KI-Spezialisten muffintech

OVB setzt auf Berliner KI-Spezialisten muffintech
OVB entscheidet sich für muffintech

Wenn die KI die Vermittler-Prüfung mit 98 Prozent besteht

Die OVB Holding AG hat sich für muffintech als strategischen KI-Partner entschieden. Das Berliner Unternehmen wird künftig als zentrales AI-Operating-System für alle 16 europäischen Landesgesellschaften von OVB fungieren. Das klingt nach einer klassischen Technologie-Partnerschaft, ist aber mehr. Es ist ein Signal, wie die Versicherungsbranche KI richtig angeht.

Von links: Heinrich Fritzlar, Simon Moser und Harald Wild.

Denn die Entscheidung fiel nicht aufgrund einer beeindruckenden Demo, eines charismatischen Pitches oder gar Marktführerschaft in ihrem Segment. Sie fiel, weil muffintech etwas vorweisen konnte, das in der Branche einzigartig ist. Die muffintech KI hat selbst die §34d-Zertifizierungsprüfung zum Versicherungsvermittler mit 98 Prozent bestanden. Das ist kein Marketing-Gag, das ist ein Qualitätsnachweis. Denn wer die Prüfung besteht, versteht die fachlichen Zusammenhänge, die regulatorischen Anforderungen und die Beratungslogik der Branche.

Warum OVB sich gegen etablierte Anbieter entschied

Heinrich Fritzlar, COO der OVB Holding AG, bringt es auf den Punkt. „Wir haben nach einem KI-Partner gesucht, der unsere AI-First-Strategie nicht nur versteht, sondern mit unternehmerischem Spirit, technologischer Exzellenz und hoher Umsetzungsgeschwindigkeit aktiv vorantreibt. muffintech hat uns mit tiefem Fachwissen, klarer Branchenspezialisierung und außergewöhnlichem Innovationsdrang überzeugt."

Das ist bemerkenswert, denn OVB hätte auch auf etablierte Anbieter setzen können. msg, adesso, Microsoft, Google, die großen Beratungshäuser, alle hätten sich gefreut, OVB als Referenzkunden zu gewinnen. Aber OVB entschied sich bewusst für ein junges Unternehmen, das aus der Innovationskraft heraus denkt, nicht aus der Tradition. Diese Entscheidung zeigt, dass OVB verstanden hat, was in der KI-Welt zählt. Nicht die Größe des Anbieters, sondern die Passgenauigkeit der Lösung. Nicht die Zahl der Referenzen, sondern das Verständnis für die spezifischen Anforderungen der Branche.

AI-First bedeutet nicht AI-Only

Harald Wild, Vorstand der OVB Vermögensberatung AG, macht die Strategie deutlich. „Für uns stehen die professionelle, hochqualitative persönliche Beratung und die menschliche Interaktion mit unseren Kunden im Mittelpunkt. Gleichzeitig wollen wir unsere Finanzvermittler entlang des gesamten Beratungsprozesses optimal unterstützen."

Das ist die richtige Haltung. AI-First bedeutet nicht, dass KI alles macht. Es bedeutet, dass KI der erste Gedanke ist, wenn es um Prozessoptimierung geht. Dass man sich bei jeder Aufgabe fragt: Kann KI hier helfen? Kann sie Informationen schneller finden, Analysen präziser machen, Routineaufgaben abnehmen? Aber am Ende bleibt der Mensch verantwortlich. Der Vermittler berät, die KI unterstützt.

Ein AI-Operating-System für 16 Länder

OVB versteht KI konsequent als Service, vergleichbar mit anderen zentral bereitgestellten Leistungen der Gruppe. Das ist strategisch klug. Denn wenn jede Landesgesellschaft ihre eigene KI-Lösung baut, entstehen 16 verschiedene Insellösungen. Unterschiedliche Standards, unterschiedliche Qualität, unterschiedliche Kosten. Das wäre ineffizient und riskant.

Stattdessen wird die Plattform von muffintech schrittweise als leistungsfähiges AI-Operating-System aufgebaut, das sich nahtlos in die OVB Servicearchitektur einfügt. So entsteht eine einheitliche, gruppenweite KI-Serviceschicht für alle 16 europäischen Landesgesellschaften. Jeder Vermittler erhält Zugang zu einem individuellen, auf seine Rolle und Bedürfnisse zugeschnittenen AI-Agenten. Dieser persönliche digitale Service unterstützt bei Analyse, Beratung und Service.

Was ein AI-Agent für Vermittler konkret bedeutet

Stellen Sie sich einen Vermittler vor, der einen Kunden berät. Der Kunde ist 42 Jahre alt, hat zwei Kinder, ein Eigenheim und arbeitet selbstständig. Der Vermittler könnte jetzt manuell durch verschiedene Tarife klicken, Rechner öffnen, Vergleiche anstellen. Oder er fragt seinen AI-Agenten: „Welche Absicherungslücken hat dieser Kunde basierend auf seinem Profil? Welche Produkte sollte ich priorisieren?"

Der Agent analysiert das Kundenprofil, gleicht es mit Erfahrungswerten ab, berücksichtigt regulatorische Anforderungen und liefert eine strukturierte Empfehlung. Der Vermittler spart Zeit bei der Recherche und kann sich auf das konzentrieren, was Menschen besser können als Maschinen: Das Gespräch führen, Vertrauen aufbauen, individuelle Bedürfnisse erfragen, die nicht in einem Fragebogen stehen.

Warum muffintech auf Agentic AI setzt

Simon Moser, CEO von muffintech, betont den Ansatz seines Unternehmens. „Als junges Unternehmen mit klarem Fokus auf Agentic AI in der Versicherungsbranche haben wir den Anspruch, Dinge neu zu denken und schnell in die Umsetzung zu bringen. Unsere gemeinsame Überzeugung ist klar: KI soll Menschen stärken, nicht ersetzen."

Agentic AI bedeutet, dass die KI nicht nur Fragen beantwortet, sondern aktiv Aufgaben übernimmt. Sie sucht selbstständig Informationen, verknüpft Datenquellen, bereitet Entscheidungen vor. Ein klassischer Chatbot reagiert nur. Ein Agent agiert. Er erkennt, was der Nutzer braucht, bevor dieser es explizit formuliert. Er schlägt proaktiv vor, warnt vor Risiken, weist auf Chancen hin.

Das ist der entscheidende Unterschied zu Standardlösungen. Eine generische KI kann allgemeine Versicherungsfragen beantworten. Ein spezialisierter Agent versteht die Nuancen der Beratung, kennt die Produktpalette, berücksichtigt Compliance-Vorgaben und spricht die Sprache der Branche. Genau deshalb konnte muffintech die §34d-Prüfung bestehen.

Was andere Versicherer daraus lernen können

Die Partnerschaft zwischen OVB und muffintech ist ein Lehrstück für strategische KI-Implementierung.

Erstens: Spezialisierung schlägt Generalisierung. Ein KI-Anbieter, der sich auf die Versicherungsbranche fokussiert, liefert bessere Ergebnisse als ein Generalanbieter, der für alle Branchen das gleiche Tool verkauft.

Zweitens: Fachliche Qualität ist messbar. Die §34d-Prüfung ist ein objektiver Maßstab. Wer als Versicherer einen KI-Partner evaluiert, sollte ähnliche Qualitätsnachweise verlangen. Kann die KI die relevanten Prüfungen bestehen? Versteht sie die Regulatorik? Kennt sie die Produktlogik?

Drittens: KI als Service denken. OVB baut keine 16 verschiedenen Lösungen, sondern eine zentrale Plattform. Das spart Kosten, erhöht die Qualität und ermöglicht schnellere Updates. Wenn muffintech eine neue Funktion entwickelt, profitieren alle Landesgesellschaften gleichzeitig.

Viertens: Der Mensch bleibt im Zentrum. OVB ersetzt nicht die Vermittler, sondern stattet sie mit besseren Werkzeugen aus. Das ist nicht nur ethisch richtig, sondern auch ökonomisch klug. Denn die Akzeptanz von KI steigt, wenn Mitarbeiter sie als Unterstützung erleben, nicht als Bedrohung.

Ein Signal an die Branche

Die Entscheidung von OVB für muffintech ist mehr als eine Partnerschaft. Sie ist ein Signal an die gesamte Versicherungsbranche. Sie zeigt, dass etablierte Unternehmen bereit sind, auf junge, innovative Partner zu setzen. Sie zeigt, dass AI-First keine leere Phrase ist, sondern eine Strategie mit konkreten Maßnahmen. Und sie zeigt, dass die Zukunft der Versicherungsberatung nicht entweder menschlich oder digital ist, sondern beides.

Die nächsten Monate werden zeigen, wie sich die Partnerschaft entwickelt. Wie schnell das AI-Operating-System ausgerollt wird. Wie die Vermittler die Unterstützung annehmen. Wie messbar die Verbesserungen sind. Aber eines ist jetzt schon klar: OVB hat verstanden, dass KI kein Projekt ist, sondern eine Transformation. Und dass man diese Transformation nicht alleine bewältigt, sondern mit den richtigen Partnern.