Manche KI-Aufgaben sind in Wahrheit Team-Fragen
Kolumne: Hands on
Autor: Johannes (Hannes) Oberhofer | LinkedIn
đĄ Ich arbeite mit unserem sicheren KI-Assistenten ROBIN. Die Routine funktioniert genauso mit ChatGPT, Gemini oder Claude. Wichtig: keine sensiblen Daten â anonymisieren, abstrahieren, mit Platzhaltern arbeiten.
Reality Check
In meinen KI-Readiness-Trainings sage ich manchmal einen Satz, bei dem die Leute erst nicken und dann kurz stutzen:
Wenn ich stĂ€ndig Aufgaben bekomme, bei denen ich nicht der Experte bin, das Ergebnis aber sehr wichtig ist â dann sollte ich mir eigentlich zuerst eine ganz andere Frage stellen: Warum landen die ĂŒberhaupt bei mir?
MĂŒsste es dafĂŒr nicht jemanden im Team geben, der das fachlich besser kann?
Oder â mit einem Zwinkern â war ich im EinstellungsgesprĂ€ch vielleicht nicht ganz ehrlich. đ
Warum das fĂŒr dich zĂ€hlt
Es gibt einen Bereich, in dem KI besonders gefÀhrlich ist: Wenn du dich fachlich nicht auskennst und das Ergebnis trotzdem hohe Relevanz hat.
Denn hier liefert die KI dir etwas, das kompetent klingt â und du hast nicht das Wissen, um zu erkennen, ob es auch stimmt. Du könntest eine Scheinlösung ĂŒbernehmen, ohne es zu merken. Genau das macht diesen Bereich zum Risikobereich.
Die naheliegende Reaktion wÀre, die KI hier einfach nicht zu nutzen. Aber das verschenkt etwas.
Denn die eigentliche Frage in diesem Bereich ist keine KI-Frage. Es ist eine Team-Frage: Wer kann das wirklich â und wie komme ich mit dieser Person gut ins GesprĂ€ch?
Was du jetzt tun kannst
đ± Mein Tiny Habit Wenn ich im Risikobereich lande, baue ich mit KI keinen fertigen Entwurf, sondern einen Aufschlag â und gehe damit offen auf die Experten zu.
Schritt 1 â Nutze KI, um dich sortiert zu machen, nicht um zu entscheiden. Lass dir eine erste Idee bauen, die aus deiner Sicht Sinn ergeben könnte. Nicht als Lösung, sondern als Ausgangspunkt fĂŒr ein GesprĂ€ch. Du willst nicht klug aussehen â du willst anschlussfĂ€hig sein.
Schritt 2 â Geh mit echter Offenheit auf die Experten zu. Der Satz, der bei mir funktioniert: âIch habe hier eine erste Idee. Ich brauche eure Expertise: Ist so etwas umsetzbar? Und wenn ja â was brĂ€uchte es dafĂŒr?" Damit steht nicht deine Idee im Mittelpunkt, sondern ihr Wissen.
Schritt 3 â Lass die Idee zerlegen. Der Aufschlag ist dazu da, verbessert oder verworfen zu werden. Wenn die Experten ihn auseinandernehmen, hast du gewonnen â nicht verloren. Du hast in einem GesprĂ€ch mehr gelernt als in drei Stunden Alleingang.
Ehrlich dazu: Das funktioniert nur, wenn du die KI-Idee wirklich als Aufschlag behandelst â und nicht heimlich hoffst, dass sie schon stimmt. Wer den Entwurf verteidigt, statt ihn zur Diskussion zu stellen, ist wieder im Risikobereich gelandet. Nur diesmal mit mehr Selbstvertrauen, was es schlimmer macht.
đĄïž Hands on im VTM-Kontext Gerade im Risikobereich ist die Versuchung groĂ, der KI viel Kontext zu geben, damit die Idee möglichst konkret wird. Genau hier ist Vorsicht geboten: Der Aufschlag muss nur gut genug sein, um ein GesprĂ€ch zu starten â nicht vollstĂ€ndig. Halte ihn abstrakt genug, dass keine sensiblen Details hineinflieĂen. Die fachliche Tiefe kommt ohnehin von den Menschen, mit denen du sprichst.
Dein To-Do fĂŒr diese Woche
Wenn du das nĂ€chste Mal in dieser Situation bist â eine Aufgabe, bei der du nicht der Experte bist, das Ergebnis aber wichtig â dann probier dieses Vorgehen:
Bau dir mit KI keinen fertigen Entwurf, sondern einen Aufschlag.
Und geh damit auf die Person zu, die es wirklich kann. Mit der Frage: Ist das umsetzbar, und was brĂ€uchte es dafĂŒr?
Schreibe mir gerne auf LinkedIn, wie das GesprĂ€ch gelaufen ist â ich bin gespannt, ob die Offenheit bei euch genauso gut ankommt wie bei mir.
Bis nÀchste Woche, Hannes
đ€ PS: Kennst du jemanden, der oft Aufgaben ĂŒbernimmt, fĂŒr die es eigentlich einen Experten im Team gĂ€be? Dann leite ihm das hier weiter.
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