KI, Kultur und Konsequenz: Warum wir digitale Schulden nicht einfach automatisieren können.

KI, Kultur und Konsequenz: Warum wir digitale Schulden nicht einfach automatisieren können.

von Johannes Oberhofer

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Doch in Strategiepapieren und auf Konferenzbühnen trügt der Schein oft. Dort setzen wir stillschweigend voraus, dass unsere Organisationen bereits „digital fit“ sind und die Belegschaft nur darauf wartet, endlich mit KI loszulegen. Diese Annahme ignoriert jedoch die Realität in vielen Teams.

Die Wahrheit ist: Die Pandemie hat als gewaltiger Beschleuniger gewirkt. Wir haben Technologien und neue Arbeitsweisen in Rekordzeit ausgerollt, um handlungsfähig zu bleiben – eine enorme Leistung aller Beteiligten. Doch diese Geschwindigkeit hatte ihren Preis. Oft unbemerkt haben wir dabei „digitale Schulden“ angehäuft.

Vom Pflaster zum Fundament

Heute versuchen wir häufig, diese Schulden intuitiv durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu begleichen. Wenn ein Prozess hakt oder Daten schwer auffindbar sind, ist der Impuls verständlich: „Lass uns da eine KI draufsetzen.“

Doch solange das Fundament nicht steht – also sowohl die technologische Befähigung der Menschen als auch eine saubere Datenqualität –, wirkt KI lediglich als Pflaster. Mehr noch: Setzen wir KI auf unabgestimmte oder defekte Prozesse, beseitigen wir die Probleme nicht, sondern skalieren sie. Das „analoge Durcheinander“ wird einfach nur schneller und effizienter produziert.

KI als Trojanisches Pferd für bessere Prozesse

Nehmen wir diese Diagnose ernst, kommen wir zum Kern wahrer Effektivität. Diese bedeutet heute, Prozesse konsequent von der KI her neu zu denken. Hier wirkt die KI fast wie ein „Trojanisches Pferd“ – im positiven Sinne: Wenn wir in Teams über KI-Einsatz sprechen, locken zwar zunächst die „Quick Wins“. Doch sobald wir die KI-Brille aufsetzen, zwingt sie uns zur schonungslosen Analyse dessen, wo der Prozess im Ursprung eigentlich hakt.

Dass dies ein entscheidender Hebel ist, bestätigt die Boston Consulting Group (BCG) eindrücklich mit ihrer 10-20-70-Regel für erfolgreiche Transformationen: Der Erfolg hängt laut BCG zu 10 % von den Algorithmen und zu 20 % von der Technologie ab. Die restlichen 70 % entscheiden sich bei der Transformation der Geschäftsprozesse und der Befähigung der Menschen.

Oft lautet die Lösung also gar nicht „mehr Technologie“, sondern „bessere Zusammenarbeit“. Nicht jede Ineffizienz ist also automatisch ein KI-Thema.

Eine neue Art der Zusammenarbeit

Wenn es also gelingt, KI nicht als reines IT-Projekt, sondern als diesen Katalysator für Klarheit zu verstehen, gewinnen wir doppelt. Wir zahlen unsere „digitalen Schulden“ zurück und befähigen die Menschen, indem wir ihnen frustrierende Workarounds ersparen.

Wer Prozesse von Beginn an „KI-ready“ denkt – und damit die entscheidenden 70 % adressiert –, schafft eine völlig neue Art der Zusammenarbeit. Das erfordert Kultur und Konsequenz – aber es ist der einzige Weg, Technologie nicht nur als Pflaster zu nutzen, sondern als Fundament für echte Co-Intelligenz.

Hinweis:
Dieser Artikel wurde mithilfe von KI erstellt und mit menschlicher Expertise verantwortungsvoll geprüft, veredelt und qualitätsgesichert.