MMM Fachmesse 21. April 2026 – Professional Works live erleben
Live

FiDA: Der nächste große Transformationshebel für Versicherer. Warum?

FiDA ist kein Compliance-Projekt. Es ist eine Strukturfrage. Wer den Unterschied nicht begreift, wird die Antwort des Marktes spüren. Was Versicherer jetzt tun müssen und warum die Zeit knapper ist als gedacht.

FiDA: Der nächste große Transformationshebel für Versicherer. Warum?
PPI AG. FiDA: Wer jetzt zögert, zahlt später.

Sponsored Article | PPI AG


Versicherer können ihre Rolle im entstehenden Open-Finance-Ökosystem definieren, Datenströme in neue Produkte und Services übersetzen und sich jenseits klassischer Effizienzprogramme differenzieren. Dazu müssen sie die FiDA-Verordnung allerdings als Chance begreifen, nicht als weiteres Regulierungsvorhaben.


Vom Open Banking zum Open Finance

Mit der geplanten FiDA-Verordnung verfolgt die Europäische Union das Ziel, einen einheitlichen Rahmen für den Zugang zu Finanzdaten zu schaffen. Das Konzept des Open Banking, bekannt aus der Zahlungsdienstleisterichtlinie PSD2, wird dabei auf den gesamten Finanzsektor ausgeweitet. Künftig sollen Kundinnen und Kunden ihre Finanzdaten einfach und sicher einsehen und zwischen verschiedenen Anbietern teilen können, etwa zwischen Banken, Versicherungen oder neuen digitalen Finanzdienstleistern. Voraussetzung ist stets die Zustimmung des Kunden, die über eine geeignete Oberfläche ermöglicht werden soll.

Der Anwendungsbereich ist deutlich breiter als bei bisherigen Regelungen. Neben Zahlungsdaten können künftig auch Informationen aus Krediten und Hypotheken, Spar- und Anlageprodukten sowie Versicherungsverträgen zwischen Marktteilnehmern ausgetauscht werden. Damit entsteht ein Ökosystem, in dem Finanzdaten ähnlich wie heute Zahlungsdaten als Grundlage für neue Services und Geschäftsmodelle dienen.


Warum FiDA gerade für Versicherer relevant wird

Für Versicherungsunternehmen markiert FiDA einen möglichen Paradigmenwechsel im Umgang mit Daten. Die Verordnung verpflichtet Finanzinstitute, standardisierte Schnittstellen bereitzustellen, über die Kundendaten auf Wunsch des Kunden an andere Anbieter übermittelt werden können. Damit wird ein zentraler Wettbewerbsvorteil vieler Versicherer, der exklusive Zugriff auf Kundendaten, zunehmend relativiert.

Gleichzeitig eröffnet FiDA neue Chancen. Durch die Integration externer Finanzdaten lassen sich Risiken präziser bewerten, personalisierte Produkte entwickeln und neue Services anbieten. Versicherer können Teil größerer Finanz-Ökosysteme werden, in denen Kunden ihre gesamte finanzielle Situation über digitale Plattformen steuern. Und die Kombination verschiedener Finanzdaten ermöglicht umfassendere Beratungs- und Serviceangebote, etwa integrierte Finanz- und Vorsorgeübersichten. Kurz gesagt: Daten werden zum zentralen Wettbewerbsfaktor.


Zwischen Innovation und regulatorischem Druck

Trotz der Chancen sorgt FiDA in der Branche auch für Skepsis. Einige Marktteilnehmer warnen vor hohen Implementierungskosten, zusätzlicher Komplexität und möglichen Risiken beim Schutz sensibler Kundendaten. Gleichzeitig besteht die Sorge, dass neue Marktteilnehmer stärker von der Datenöffnung profitieren könnten als etablierte Institute.

Hinzu kommt, dass der regulatorische Prozess noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Die finale Ausgestaltung der Verordnung wird derzeit zwischen EU-Parlament, Rat und Kommission verhandelt, weshalb aktuelle FiDA-Bemühungen der Versicherungen gegen ein Moving Target laufen. Dennoch zeichnet sich bereits ab: Die Öffnung der Finanzdaten wird kommen, und mit ihr ein tiefgreifender Strukturwandel im Finanzsektor. Dafür arbeiten auch weitere Initiativen wie FRIDA, die auf branchen-organisierte Datenökosysteme setzen.


Strategische Konsequenzen für Versicherer

Unabhängig vom finalen Zeitpunkt des Inkrafttretens, häufig wird ein Umsetzungszeitraum ab etwa 2027 diskutiert, sollten Versicherer FiDA bereits heute in ihre Transformationsstrategie einbeziehen. Die definierten Umsetzungszeiträume werden sehr knapp sein.

Drei Handlungsfelder stehen dabei im Mittelpunkt:
Erstens die Datenstrategie: Mit niederschwelliger interner Erreichbarkeit von Daten in hoher Qualität legen Unternehmen nicht nur den Grundstein für kommende Regulatorik. Viel wichtiger ist die Chance, direkt an der eigenen Kundenbasis mit datengetriebenen und KI-gestützten Angeboten sowie Serviceoptimierungen die Marktposition auszubauen.

Zweitens die technologischen Grundlagen: Neben APIs und Datenarchitekturen müssen Versicherer ihre IT-Landschaft gezielt modernisieren, um Daten in hoher Qualität und möglichst in Echtzeit verfügbar zu machen. Eine klare Data Governance wird dabei zum zentralen Erfolgsfaktor für Compliance und Innovation.

Drittens der gezielte Ausbau von Kooperationen: Versicherer sollten Partnerschaften mit FinTechs, InsurTechs und Plattformanbietern aktiv nutzen, um innovative datenbasierte Services schneller zu entwickeln. Entscheidend ist dabei, die eigene Rolle im Ökosystem strategisch zu definieren und die Kundenschnittstelle nicht aus der Hand zu geben.


FiDA als Katalysator für den nächsten Transformationsschritt

Die Öffnung der Finanzdaten wird den Wettbewerb im Versicherungsmarkt nachhaltig verändern. FiDA zwingt Unternehmen dazu, zugängliche Daten nicht nur als regulatorische Verpflichtung, sondern als strategische Ressource zu verstehen. Wer frühzeitig in Datenarchitekturen, Partnerschaften und neue Geschäftsmodelle investiert, kann aus der Regulierung einen Wettbewerbsvorteil machen und sich vor die Welle setzen. Damit wird FiDA zu mehr als nur einer weiteren EU-Verordnung. Es könnte der nächste große Transformationshebel für die Versicherungsbranche werden.


Dieser Artikel ist Sponsored Content der PPI AG. PPI begleitet Versicherungsunternehmen und Finanzdienstleister bei der strategischen und technologischen Umsetzung regulatorischer Anforderungen, darunter FiDA, Open Finance und Data Governance.